zwischendurch angemerkt

Wie plant man eine Weltreise? Am besten gar nicht!

Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir unsere Reiseapotheke in Hamburg zusammengestellt und auch gekauft haben. Das war am 4. Januar 2020. Wir haben uns Gedanken gemacht, was wir alles brauchen – das waren so Sachen wie gegen Magen-Darm-Infekte, etwas gegen Katzenallergien, Kopfschmerzen und Erkältungen und – das weiß ich noch genau – ziemlich nutzlos und überteuerte Lutschtabletten gegen Halsschmerzen von Neoangin (10€). Im Nachhinein denke ich, hätten wir einfach eine Packung Baldrian kaufen sollen – das entspricht am ehesten dem, was ich mittlerweile gut gebrauchen könnte. Nicht gegen die Angst, sondern weil in unseren Köpfen ein ähnliches Chaos herrscht wie auf den internationalen Flughäfen und deren Einreisebeschränkungen.

Das ist ja mal eine gute Webseite 😉

Wir sind keine Backpacker im klassischen Sinne – wir lieben booking.com oder airbnb – wir wollen wissen wo wir morgen oder übermorgen sind und schlafen.

Dies soll unsere faszinierende Weltreise werden – in Japan, Südkorea, Hongkong, Taiwan und Malaysia war das ja auch schon so – aber im Moment fühlt es sich bisschen an wie in einem schlechten Freddy Krüger Film mit offenem Ende. Nur, das eben Freddy nicht der alte Mann, sondern ein dicker fetter Tropfen ist, der alles verschlingt was zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Ich konnte schon viele schöne Momente festhalten, aber irgendwie sieht das mit der kleinen Song RX100 schon immer etwas lächerlich aus.

Gerade jetzt sind wir auf Labuan und warten auf die Fähre nach KK. Eigentlich müssten wir längst auf den Phillippinen sein – aber vor zwei Wochen hatten wir das bereits verschieben müssen wegen der verweigerten Einreise aus Taiwan. Deswegen sind wir hier. Nun soll heute der Flug von Kota Kinabalu nach Manila und dann weiter nach Cebu stattfinden. Es war alles gut durchdacht. Bis gestern. Da hat nämlich die philippinische Regierung erneut eine Einreisebeschränkung erlassen. Diesmal für alle Länder mit lokalen Übertragungen von Covid-19. Das sind fast alle Länder – Deutschland natürlich auch. Unseren Flug haben wir bereits vorher eingecheckt und bisher auch keine Absage erhalten. Wir wissen dass wir nichts wissen. Also machen wir uns auf den Weg zum Flughafen.

Sonnenuntergang im Hafen von Labuan.

Es gibt aber noch ein zweites Problem. Ab Sonntag machen die Philippinen ganz Manila dicht. Keiner kommt mehr raus, keiner kommt mehr rein. Sollte der erste Flug klappen, laufen wir immer Gefahr – sollte etwas mit dem Weiterflug schief gehen – auf einmal in Manila über Wochen festzuhängen. Das wäre nicht gerade meine erste Wahl. Auf unserer Reise wollten wir der Stadt nicht mal mehr als einen Tag widmen. Aber wir hoffen das alles klappt, ich kann nicht mal sagen, was für ein Gefühl ich habe. Wir riskieren hier nicht unsere Gesundheit – in Deutschland ist es im Moment ungleich problematischer – einzig die medizinische Versorgung wäre besser.

Zwei Fischer in der goldenen Stunde.

Vielleicht wäre es am Ende das beste, sich in Malaysia einfach einmal auszuruhen und ein schönes Apartment in Kuala Lumpur zu buchen. Zu lesen, in den Pool zu springen und immer langweiliger werdende Blogeinträge zu schreiben. Wer weiss das schon. Mittlerweile sind wir auf der offenen See. Das Wasser schlägt gegen die Fensterscheiben. Zwei Reihen vor mir hustete jemand dreimal. Wir haben uns umgesetzt. Auch meine Kehle ist etwas trocken. Die Klimaanlage funktioniert auch nicht richtig. Das Ufer ist einige Kilometer weg, aber immerhin ist Land in Sicht. Wir wissen nur nicht, welches Land.

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