Malaysia

Auf nach Sukau zur Safari

Es war mal wieder Reiseantag angesagt heute. Es ging von Sandalak nach Sukau in den “Urwald”. Da wir keinen Bus finden konnten (da es wahrscheinlich auch keinen gibt) sind wir mit dem Auto gefahren. Wir hatten das mit der Unterkunft im Vorfeld vereinbart für 20 Euro. Der Fahrer war auch pünktlich um 12 Uhr vor unserem Hotel in Sandalak.

Pünktlich um 12 Uhr wurden wir abgeholt.

Die Fahrt hat knapp 2 1/2 Stunden gedauert. Anfangs (auch nur anfangs) hat der Fahrer so oft gehustet und wirkte in seiner Jacke – bei 30 Grad – als wenn er friert. Wir dachten nur: nicht atmen, nicht sprechen, nichts berühren. So ist Corona dann doch ganz allgegenwärtig. Allerdings war alles halb so schlimm, da ich ohnehin nicht davon ausging, dass wir jemals lebend ankommen. Das war den Strassenverhältnissen und den doch ganz gutgläubigen Überholmanövern geschuldet. Schlimmer als Busfahren in Sri Lanka war es aber nicht und am Ende sind wir gut und sicher angekommen. Das war dann gegen 14:30 Uhr.

Unser Bed and Breakfast

Die Unterkunft ist ein einfaches Bed and Breakfast Hostel, in welchem wir ein Zweibettzimmer mit Gemeinschaftsbad gebucht haben. Es ist alles sehr einfach aber dadurch auch sehr authentisch. Es hat einen gewissen Charme mit spielenden Kindern im Garten und frei umherlaufenden Hühnern. Auch dass die Unterkunft direkt am Wasser liegt gefällt mir sehr gut.

Die Zimmer sind erwartungsgemäß bescheiden.

Für den Nachmittag haben wir vom Hostel auch gleich eine Bootstour gebucht. Sie bieten eine am Morgen, am Nachmittag und der Nacht an und kosten je knapp 10 Euro die Person. Das war in unseren Augen ein fairer Preis. Ansonsten gibt es hier in der Pampa ja auch gar nicht viel zu tun. Das Hostel hat auch nur sehr kleine Boote, so dass man nicht mit so vielen anderen unterwegs ist. Ich weiss gar nicht wer mehr menschenscheu ist – wir oder die Tiere 😉

Auf gehts.

Pünktlich um 15:30 Uhr ging die Safari dann auch los. Mit an Bord war noch ein Paar aus England mit dem wir uns ganz gut verstanden haben. Es war herrlich auf der Mitte des Flusses den Fahrtwind zu spüren – auch wenn die Sonne mitunter gewaltig brannte.

Als erstes sahen wir eine Horde Makaken. Das Boot hielt direkt am Ufer unter dem Baum und ich dachte schon, die entern jetzt gleich das Boot. Ich muss gestehen: ich habe etwas Angst vor Affen. Es existieren von ihnen Horrorstories, wo sie dir erst in den Kopf beissen und dann dein Auge rauskratzen. Das muss ich nun nicht unbedingt haben. Wobei auch schnell für mich klar wird: Wildaffen sind mir bei weitem lieber als die zahmen Tempelaffen aus Indonesien. Sie haben nämlich genauso viel Scheu vor mir wie ich vor ihnen.

Bei der Hitze soll man ausreichend trinken.

Weiter ging es dann, und was sollte man anderes sehen: wieder Affen. Dieses Mal die mit der hässlichen Nase. Es macht aber doch Spass, die Affen in der Natur zu beobachten. Wie die Babyaffen spielen, wie das Alpha-Männchen Stunk macht und wie sie die Baumkronen mit ihren Sprüngen zum Wackeln bringen. Der Tourguide hat die ganze Zeit irgendwelche Laute gemacht. Erst dachte ich auch hier an Corona aber dann war doch die Option plausibler, dass er Affenlaute versucht zu imitieren. Dass muss ich nun nicht unbedingt haben – mir reicht es sie aus der Distanz anzuschauen (es waren ja ohnehin nur 1-2 Meter), ich möchte sie so wenig wir möglichst stören. Geschmackssache.

Wieviel wiegt eigentlich so ein Affe?

Ein anderer Tourguide erzählte uns, dass er Elefanten das letzte Mal vor 4-5 Monaten gesehen hat. Daher lasse ich die folgenden Aufnahmen einmal unkommentiert und setze dabei ein breites, fettes Grinsen auf (übrigens sehe ich dann nicht viel anders aus als diese Affen zuvor).

Voila.
Von der besten Seite…

Jetzt wussten wir bereits. Diese Safari hat sich gelohnt. Das ist einfach ein tolles Gefühl die Dickhäuter in freier Wildbahn – in 5 Meter Abstand – zu erleben. Allerdings muss man auch sagen, folgte danach wildtechnisch nicht mehr so viel: keine Krokodile, keine Orang Utans. Nur ein paar Vögel und noch mehr Affen konnten wir ausmachen. Das war aber nicht weiter schlimm, denn es macht auch Laune mit dem Boot einfach so auf dem Fluss rumgefahren zu werden. Gerade die engen Passagen, wenn das Ufer an beiden Seiten zum Greifen nah ist, machen tierisch Spass auch ohne Tiere sozusagen. Es besteht ja bei einer Safari auch der Reiz darin, dass man nie so genau weiß, was kommt.

Diese schmalen Passagen mochte ich besonders gern.

Später konnten wir vom Boot dann noch einen herrlichen Sonnenuntergang sehen und immer wieder Affen zum Abwinken. Was aber nicht ganz so toll ist, sind immer wieder die riesigen Anbauten von Palmbäumen zur Ölgewinnung. Dafür muss einfach so viel Urwald weichen. Mir war das bis zu unserem Trip nach Borneo gar nicht so bewusst.

Die Sonne geht unter, das Boot nicht.

Nachdem wir gegen 18 Uhr wieder zurück waren, haben wir erstmal im Restaurant gegessen. Dabei hatten wir anfangs einen herrlichen Blick auf den später im Dunkel verschwindenden Fluss. Für mich gab es Reis mit Anchovis, was wohl auch der Grund war, dass mir direkt eine Katze auf den Schoss beim Essen sprang. Nachdem ich ihr erklärt habe, dass sie erst was bestellen muss, bevor sie es essen kann, ist sie auch wieder von dannen gezogen. Insgesamt war das Essen ein schöner Tagesausklang und ich werde mich jetzt ins Bett fallen lassen – so müde bin ich dann auch gewesen. Morgen früh geht es noch einmal auf Safari und wir hoffen, dass wir dieses Mal in die andere Richtung fahren. Ahoi!

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